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Ratgeber Einmalhandschuhe: Mehr Hygiene & Sicherheit

Einmalhandschuhe für den privaten und gewerblichen Gebrauch

Einmalhandschuhe, schützen die Hände vor Fremdstoffen und geben ein sicheres Gefühl. Durch das Tragen von Einweghandschuhe halten Sie zudem eine gute Hygiene.

Einmalhandschuhe können vielseitig eingesetzt werden. Sie werden in privaten Bereich und auch im gewerblichen Bereich benutzt. Im Haushalt schützen Einmalhandschuhe ihre Hände beim Putzen vor dem Kontakt mit Reinigungsmitteln. Aber auch in der Küche beim Verarbeiten von rohem Fleisch ist das Tragen von Einmalhandschuhen ratsam, damit keine Keime verschleppt werden. Im gewerblichen Bereich kommen Einmalhandschuhe zum Beispiel im Gesundheitssektor als Untersuchungshandschuhe zum Einsatz. Je nach Anwendungsbereich müssen Einweghandschuhe bestimmte Eigenschaften erfüllen. Daher gibt es diese in unterschiedlichen Materialien zu kaufen. Zu unterscheiden sind hier Vinyl Einweghandschuhe, Nitril Einmalhandschuhe und Einmalhandschuhe aus Latex. Zudem können Einmalhandschuhe gepudert oder ungepudert sein. Einweghandschuhe gibt es diversen Größen und es stehen viele verschiedene Farben zur Auswahl. Vor dem Kauf von Einmalhandschuhen sollte klar sein für welchen Zweck der Einmalhandschuh benutzt werden soll. Nachstehend erfahren Sie welches Material für welchen Einsatzbereich gewählt werden sollte. Zuerst erklären wir aber wie Einmalhandschuhe hergestellt werden. Grundsätzlich gilt für jedes Tragen eines Handschuhs: So kurz wie möglich, so lange wie nötig

 

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Herstellung von Einmalhandschuhen

Für die Herstellung von Einmalhandschuhen gibt es spezielle Handformen aus Keramik in verschiedenen Größen. Zuerst werden die Keramikhandformen mit Maisstärke bepudert und anschließend in die flüssigen Materialien (Nitril, Vinyl oder Latex) getaucht. Die Maisstärke bewirkt, dass sich das Material nach der Trocknung besser von der Handform lösen lässt. Wird ein Handschuh nach der Trocknung nicht weiterbehandelt und die Maisstärke entfernt, handelt es sich um einen gepuderten Handschuh.

Gepuderte oder ungepuderte Einmalhandschuhe?

Ein großer Vorteil von gepuderten Einmalhandschuhen ist, dass diese einfacher an und ausgezogen werden können. Dieser Vorteil macht sich besonders dann bemerkbar, wenn die Handschuhe mit feuchten oder nassen Händen angezogen werden. Der Nachteil ist, dass beim Ausziehen Puder in die Atemwege gelangen kann und der Puder Gesundheitsschädigungen, wie Reizung der Schleimhäute, hervorrufen kann. Aus gesundheitlicher Sicht ist es also besser auf gepuderte Einweghandschuhe zu verzichten,
Bitte beachten Sie, dass der Umgang mit gepuderten Handschuhen im Bereich der Lebensmittelverarbeitenden Industrie und Gastronomie verboten ist. Zudem sollten Sie wissen, dass der Puder in den Handschuhen Flecken auf Textilien und anderen Gegenständen hinterlassen kann.

Unterscheide bei der Herstellung von Einmalhandschuhen: Polymerbeschichtung und Chlorierung

Es gibt verschiedene Produktionsweisen von Einmalhandschuhen. Je nachdem welchen Herstellungsprozess der Einmalhandschuh durchläuft weist dieser unterschiedliche Eigenschaften auf. Neben ungepuderten und gepuderten Einmalhandschuhen gibt es poymerbeschichtete und chlorierte Einweghandschuhe.

Chlorierte Einmalhandschuhe

Von chlorierten Handschuhen spricht man, wenn diese, während sie bei der Produktion noch auf der Handform haften, in eine Chlor-Lösung getaucht werden. Hierdurch wird die Oberfläche angeätzt und dadurch glatt gemacht. Die Chlorierung bewirkt zudem, dass chemische Rückstände zum größten Teil aus den Handschuhen ausgeschwemmt werden und dass das Puder gelöst wird. Hierdurch werden Handschuhe hautfreundlicher und das Allergierisiko wird gemindert. Chlorierte Handschuhe lassen sich leicht anziehen, da die Oberfläche rückstandslos und glatt ist.

Neben der einfachen Chlorierung gibt es auch Einmalhandschuhe zu kaufen, die doppelt chloriert sind. Doppeltchlorierte Handschuhe sind noch hautfreundlicher, noch glatter und lassen sich noch leichter anziehen. Je mehr Chlorierung bei der Herstellung von Einmalhandschuhen verwendet wird, desto glatter wird der Handschuh. Eine Chlorierung wird in der Regel bei Nitrilhandschuhen gemacht.

Polymerbeschichtete Einmalhandschuhe

Ein Polymerbeschichtung kann bei Nitril- und Latexhandschuhen angewendet werden. Mit einer Polymerbeschichtung kann das Allergierisiko vermindert werden, denn die Beschichtung bildet eine Barriere zwischen der Haut und dem Handschuhmaterial. Polymerbeschichtete Handschuhe sind etwas griffiger als chlorierte Handschuhe.

Einweghandschuhe: Die unterschiedlichen Materialien

Vinyl Einmalhandschuhe

Vinyl Einmalhandschuhe werden aus Vinyl hergestellt. Vinyl ist ein fester Kunststoff, der durch Weichmacher geformt wird. Vinylhandschuhe haben eine glatte Oberfläche, fühlen sich gut auf der Haut an und sind angenehm zu tragen. Sie schützen vor Bakterien und einigen Säuren. Zudem sind sie sehr preiswert. Die enthaltenen Weichmacher können allerdings schnell herausgelöst werden. Daher sollten Vinyleinmalhandschuhe nicht in allen Bereichen getragen werden. Fettende Lebensmittel können die Weichmacher aus den Handschuhen lösen und Lebensmittel verunreinigen. Vinylhandschuhe sind zudem nicht besonders elastisch und auch nicht stichfest. Daher sollten Vinyleinmalhandschuhe nur in Bereichen mit geringem Risikofaktor getragen werden.

Vinyleinmalhandschuhe sind eine gute Alternative für Latexallergiker.

Tipp: Der Markt bietet mittlerweile auch Vinylhandschuhe, die frei von Weichmachern sind.

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Einsatzbereiche von Vinyl Einmalhandschuhe

- Reinigungsarbeiten
- Labortätigkeiten
- Pflegesektor
- Rettungseinsätze
- Kleinreparaturen
- Und viele mehr

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Vinylhandschuhe für verschiedene Branchen

Vinyl Handschuhe in der Kranken- und Altenpflege und im medizinischen Einsatz

Vinyleinmalhandschuhe sind im medizinischen Sektor, also in Krankenhäusern, bei niedergelassenen Ärzten, im Rettungsdienst und in der Alten- und Krankenpflege sehr beliebt, da sie sehr glatt sind und sich deshalb angenehm auf der Haut der Pflegebedürftigen und Patienten anfühlen. Einmalhandschuhe, die in medizinischen Bereichen zum Einsatz kommen (zum Beispiel beim Verbandswechsel oder bei Infusionen) müssen zugelassen sein und der Norm 455 entsprechen.

Für diese Einsatzbereiche eignen sich Vinyleinmalhandschuhe nicht oder nur bedingt:

Da Vinylhandschuhe keinen Schutz vor Chemikalien bieten, sollten diese in folgenden Einsatzbereichen nicht verwendet werden:
- Chemielabore
- Friseure im Umgang mit Haarfärbeprodukten
- Tattoo-Studios (nur bedingt einsetzbar)
- Industriesektor und Handwerksbereich (bedingt einsetzbar, da Sie keinen Schutz vor Stichen und spitzen Gegenständen bieten)

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Nitril-Einmalhandschuhe

Einmalhandschuhe aus Nitril sind am beliebtesten, da diese viele gute Eigenschaften aufweisen. Sie sind nicht nur ideale Untersuchungshandschuhe, sondern eignen sich auch hervorragend als Schutzhandschuhe. Nitril ist ein synthetischer Kautschuk. Die Eigenschaften von Nitril Einweghandschuhe sind ähnliche der Eigenschaften von Latex Einweghandschuhe. Im Gegensatz zu Latex-Einweghandschuhen, die Hautreizungen hervorrufen können, sind Nitril Einweghandschuhe sehr hautverträglich und stellen keine Gefahr für Allergiker dar. Zudem leiten Nitrileinweghandschuhe die Wärme optimal ab und können so mehrere Stunden getragen werde, ohne dass ein Wärmestau entsteht. Durch ihre Elastizität passen Sie sich ideal an jede Handform an und ermöglichen so ein gutes Tastempfinden. Nitrilhandschuhe gibt es gepudert oder ungepudert zu kaufen.

Vorteile von Nitril-Einmalhandschuhen auf einen Blick

- Sehr gute Hautverträglichkeit
- Hohe Beständigkeit gegen Öle und Fette
- Hoher Schutz gegen Viren, Chemikalien und Lösungsmitteln
- Sehr widerstandsfähig
- Stichfest
- Reißfest
- Vermitteln ein gutes Tastempfinden
- Extrem elastisch
- Optimale Wärmeableitung
- Lange Tragedauer möglich
- Sie sind für Latexallergiker geeignet

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Nitrilhandschuhe im Gesundheitssektor / medizinischen Bereichen und in der Alten- und Krankenpflege

Nitrilhandschuhe bieten einen guten Schutz vor Bakterien und Viren und auch vor der direkten Berührung mit Körperflüssigkeiten und Exkrementen. Aus diesem Grund sind Sie sehr beliebt in medizinischen Berufen. Sie werden in Krankenhäusern, in Arztpraxen und im Rettungsdienst getragen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Nitril Einmalhandschuh der Europäischen Norm 455 (EN 455) entspricht, da nur diese Handschuhe für den medizinischen Sektor zugelassen sind.

Nitrilhandschuhe in der Lebensmittelindustrie

Um beste Hygiene zu bewahren, werden in der Lebensmittelindustrie immer Einmalhandschuhe getragen. Nitrilhandschuhe weisen eine sehr gute Beständigkeit gegenüber Fetten und Ölen auf und werden daher in der Lebensmittelindustrie oder Gastronomie bevorzugt eingesetzt. Vinyl-Einmalhandschuhe eignen sich nicht für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie, da die darin enthaltenen Weichmacher durch Öle und Fette ausgelöst werden können und die Lebensmittel verunreinigen würden. Latexhandschuhen sind ebenfalls nicht geeignet für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie, da durch Fette und Öle Latexproteine freigesetzt werden können, die bei Latexallergikern allergische Reaktionen auslösen können.
Einmalhandschuhe, die in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden müssen den Vorschriften und Normen für „Persönliche Schutzausrüstung (PSA) unterliegen und müssen zudem bestimmte Bestimmungen für den Lebensmittelkontakt erfüllen. Diese Anforderungen wurden von der EU in der Verordnung 1935/4005/EG niedergelegt.
In der Lebensmittelindustrie werden vor allem blaue Nitrilhandschuhe genutzt. Das liegt daran, dass es keine natürlich blauen Lebensmittel gibt. Wenn einmal ein Handschuh reißt und ein Handschuhfetzen verloren geht, dann kann ein blauer Handschuh schneller wiedergefunden werden, als ein Handschuh in einer anderen Farbe. Wenn Sie einen Einmalhandschuh kaufen, der in der Lebensmittelindustrie getragen werden soll, dann achten Sie darauf, dass der Handschuh eine Lebensmittelunbedenklichkeitserklärung hat.
Einmalhandschuhe, die mit einem Glas-Gabel-Symbol versehen sind, sind grundsätzlich lebensmitteltauglich. Allerdings besagt dieses Symbol nicht, für welchen Kontakt, direktem oder indirektem Kontakt der Handschuh schützt. Auch gibt das Symbol keine Auskunft darüber, wie lange der Handschuh getragen werden darf. Diese Informationen können der sogenannten Konformitätserklärung nach der VO 1935/2004 entnommen werden. Eine solche Konformitätserklärung ist für alle Artikel Pflicht.
Nitril-Einmalhandschuhe punkten im Zusammenhang mit Lebensmittelkontakt vor Vinyl und Latex
Im Gegensatz zu Einweghandschuhen aus Naturlatex und Vinyl weisen Nitril Einweghandschuhe im Zusammenhang mit Lebensmittelkontakt nur Pluspunkte auf. Sie haben eine sehr gute mechanische Beständigkeit und auch eine sehr gute Beständigkeit gegen Fette, Öle und zahlreiche Chemikalien. Zudem weisen Sie eine gute Elastizität auf und haben trotzdem hohe Durchbruchzeiten. Vinyl Einmalhandschuhe haben zwar auch eine gute Alterungs- und Witterungsbeständigkeit und sind zudem frei von Latexproteinen und Beschleunigern und daher sehr hautfreundlich, allerdings haben Sie eine geringe mechanische Belastbarkeit und sind daher nicht gut geeignet für den Lebensmittelkontakt. Außerdem verunreinigen Sie Lebensmittel durch einen möglichen Weichmacheraustritt. Auch Naturlatex Einmalhandschuhe weisen neben positiven Eigenschaften, wie Elastizität und Reißfestigkeit, hohem Tragekomfort und einer guten Kälteflexibiltät, negative Eigenschaften im Zusammenhang mit Lebensmitteln auf. Sie sind gegenüber Ölen und zahlreichen Chemikalien wenig oder nur kurz beständig. Zudem haben Sie schlechte Alterungs-, Witterungs- und Hitzebeständigkeiten. Das Hauptmanko von Latexhandschuhen besteht darin, dass Sie Allergien auslösen können. Im Zusammenhang mit Lebensmitteln liegt die Empfehlung ganz klar bei Nitril Einmalhandschuhen.

Einsatzbereiche von Einmalhandschuhen aus Nitril mit Chemikalienbeständigkeit

Nitrilhandschuhe für Reinigungsarbeiten

Beim Umgang mit Reinigungsmitteln sollte die Haut an den Händen durch Einmalhandschuhe geschützt werden. Reinigungsmittel enthalten Chemikalien, die die Schutzschicht der Hut angreifen können. Gegen welche Chemikalien der jeweilige Einmalhandschuh schützt lässt sich auf der Box ablesen.

Nitrilhandschuhe für Tattoostudios Kosmetik- und Friseursalons

Auch in Kosmetik- und Frisörsalons wird mit Chemikalien (Haarfärbemittel) gearbeitet. Also ist es auch in diesen Bereichen ratsam die Hände durch das Tragen von Einmalhandschuhen zu schützen. Für Kosmetikerinnen und Friseure gibt es viele unterschiedliche Farben zur Auswahl. Tätowierern empfehlen wir schwarze Einmalhandschuhe zu tragen, da man auf diesen die Tinte und eventuelle Blutflecken nicht so schnell sieht. In Tattoostudios müssen medizinische Handschuhe der Europäischen Norm 455 getragen werden, da es zu offenen Wunden kommen kann.

Einmalhandschuhe aus Nitril für Labore

Auch in Laboren werden Nitrilhandschuhe bevorzugt. Denn Nitrilhandschuhe bieten eine deutlich bessere Chemikalienbeständigkeit als Latex- und Vinylhandschuhe. Chemikalienhandschuhe werden geprüft und dann einer Norm zugeordnet. Wenn ein Einweghandschuh der Europäischen Norm 374 entspricht, dann wurde hierüber geprüft, vor welchen Chemikalien dieser schützt. Auf der Box des Einmalhandschuhes befindet sich ein Piktogramm. An den Buchstaben, die unter dem Erlenmeyerkolben stehen, können Sie erkennen, mit welchen Chemikalien der Handschuh geprüft wurde. Daraus ergibt sich, vor welchen Chemikalien der jeweilige Einmalhandschuh schützt.

Leitfaden zum An- und Ausziehen von medizinischen Einmalhandschuhen und Untersuchungshandschuhen

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen eine hygienische Möglichkeit zum An- und Ausziehen von Einmalhandschuhen und Untersuchungshandschuhen auf. Bitte beachten Sie, dass das Tragen von Einweghandschuhen nicht die Händedesinfektion ersetzt. Achten Sie bitte auch auf die in Ihrer Einrichtung vorgeschriebenen Hygienevorgaben (HAACP Konzept).

Das An- und Ausziehen von medizinischen Einmalhandschuhen und Untersuchungshandschuhen Schritt für Schritt erklärt:

Schritt 1: Desinfizierten Sie sich die Hände vor dem Anlegen der Einmalhandschuhe
Schritt 2: Nehmen Sie dann einen Handschuh aus der Spenderbox
Schritt 3: Fassen Sie den Einmalhandschuh am oberen Rand an
Schritt 4: Halten Sie den Einmalhandschuh am Stulpenrand fest und ziehen Sie diesen dann passgenau über die Hand. Der Handschuh sollte dabei nicht überdehnt werden, damit keine Risse entstehen.
Schritt 5: Nehmen Sie nun einen zweiten Einmalhandschuh aus der Spenderbox. Ziehen Sie den zweiten Handschuh über die andere Hand. Hierbei sollten Sie es vermeiden mit dem ersten Handschuh den nackten Unterarm zu berühren. Sie können am besten den Finger der bereits behandschuhten Hand unter die Stulpe des neuen Einmalhandschuhs schieben und den neuen Handschuh so in die genaue Passform bringen.
Schritt 6: Zu guter Letzt sollten Sie an beiden Händen die korrekte Passform überprüfen und kontrollierten, ob der Handschuh keine Risse aufweist.

Latexeinmalhandschuhe